Kunst im Zentrum

… in der Reihe Symbiozän

In der Reihe Symbiozän zeigen wir Ihnen zweimal im Jahr künstlerische Positionen, die sich mit dem Material als solches auseinandersetzen. Der Begriff Symbiozän ist ein hochaktueller Begriff, der in Wissenschaft, Architektur und Kunst Verwendung und Anwendung findet. Er ist eine Verschmelzung von Symbiose und Anthropozän. Als Anthropozän wird unser Zeitalter, in dem wir jetzt leben, bezeichnet. Es ist das menschgemachte Zeitalter, der Mensch formt und prägt die Erde wie nie zuvor. Die Symbiose ist eigentlich ein Begriff aus der Biologie und bezeichnet das Zusammenleben unterschiedlicher Arten, das für beide vorteilhaft ist. Symbiozän meint also die Verwebung von menschgemachten Materialien und Objekten im Zusammenschluss mit der Umwelt zu etwas Neuem.

Paul Schwer

Als Fernando Magellan im 16. Jahrhundert auf der Suche nach einer Passage zwischen Atlantik und Pazifik an einer Insel vorbei segelte, auf der viele Lagerfeuer brannten, nannte er sie Feuerland. So heißt sie bis heute, ungeachtet dessen, wie die Einheimischen sie genannt haben. Bezeichnungen und Benennungen sind immer ein Stück weit auch menschliches in Besitz nehmen, seien es Tiere, Pflanzen oder Objekte. Das Schöne an den Objekten und Installationen von Paul Schwer ist deshalb, dass sie sich der Bezeichnungen verwehren. Sie machen einen sprichwörtlich „sprachlos“. Im allgemeinen Welt-Sprachgetöse stellt sich eine wohltuende Stille im Kopf für die Betrachtung der seltsam poetisch anmutenden Formen und Installationen ein. Es gibt keine klaren Grenzen zwischen Bildern an der Wand und Objekten/Bildern im Raum. Jeder Blickwinkel von jedem Standpunkt ergibt eine neue Komposition. Die BetrachterInnen werden quasi integriert in ein Raumbild.

Paul Schwer ist 1951 in Hornberg im Schwarzwald geboren und lebt und arbeitet heute in Rating und Düsseldorf. Er studierte bei Prof. Erwin Heerich an der Kunstakademie Düsseldorf und Medizin in Straßburg bzw. Heidelberg. An der Universitätsklinik Essen war er Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Seit 1993 arbeitet er ausschließlich für seine Kunstprojekte, zahlreiche auch internationale Auszeichnungen, Stipendien und Professuren folgten. Seine Kunstwerke sind inzwischen weltweit zu sehen, nun auch im Kompetenzzentrum in Rutesheim. (paulschwer.de)

Ausstellungsdauer: 21. Januar 2023 bis 26. Juni 2023


Sie möchten unsere Kunstausstellung besuchen?

Öffnungszeiten: Montag bis  Freitag,  9:00 – 16:00 Uhr
Eintritt frei

Bitte melden Sie Ihren Besuch telefonisch oder per E-Mail an:
Telefon: 07152 30550-200
E-Mail: info@bz-af.de

SO FINDEN SIE UNS

Rückblick

„Mit dem Material reden, es antwortet bestimmt.“

Mit dem Bildhauer und Zeichner Gert Riel eröffnet das Branchenzentrum seine neu aufgestellte Reihe „Symbiozän“. Gert Riel, beheimatet in Remshalden-Buoch, studierte Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und unterrichtete selbst jahrzehntelang ebenda. Zahlreiche Gebäude tragen seine Handschrift durch Aufträge „Kunst im öffentlichen Raum“. Seine Objekte finden sich in nationalen und internationalen Sammlungen. Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens beschäftigt er sich mit Metall. Er entwickelt seine Skulpturen ganz aus den Bedingungen und Möglichkeiten des Materials heraus. Sie basieren auf seiner Vertrautheit mit dem Werkstoff, auf seiner Erfahrung hinsichtlich dessen Verhaltens. In seinen neuesten Arbeiten, die im Branchenzentrum zu sehen sind, setzt er Stahlplatten mit Synthetik-Seilen oder -Gurten unter Spannung. Etwa eine zwei Meter hohe und vier Meter lange Stahlplatte kommt durch ein diagonal an ihren Rändern befestigtes und gespanntes Seil aus dem Lot, verdreht sich, lagert nur noch an zwei Stellen auf und erscheint plötzlich erstaunlich leicht. (www.gertriel.de)

Ausstellungsdauer: 22. Juni 2022 bis 28. Oktober 2022


Aufbau


Vernissage am 21.06.2022