SILIKATPUTZ

Silikatputz ist ein mineralischer (Edel-)Putz auf Basis von Wasserglas / Kaliwasserglas (Kaliumsilikat) als Bindemittel. Er verbindet sich bei geeigneten Untergründen chemisch mit dem mineralischen Untergrund (Verkieselung) und ist dadurch langlebig, diffusionsoffen und aufgrund seiner Alkalität widerstandsfähig gegenüber mikrobiologischem Bewuchs. Silikatputze werden häufig als strukturgebender Oberputz eingesetzt – z. B. als Rillenputz oder Kratzputz – sowohl zur gestalterischen Oberfläche als auch als funktionaler Schutz. Silikatputze bestehen im Kern aus einem mineralischen Bindemittel (Wasserglas/Kaliumsilikat) sowie mineralischen Zusatzstoffen wie Quarzsand und mineralischen Pigmenten zur Farbgebung. 

 

 

 

 

Anwendungsbereiche

Außenbereich (Fassade)

Silikatputze sind eine bewährte Option für Fassaden, wenn dauerhafter Schutz und eine mineralische, diffusionsoffene Oberfläche gewünscht sind. Sie eignen sich besonders für mineralische Untergründe wie Beton, Kalksandstein, Ziegel oder Putzträgerplatten.

Innenbereich

Im Innenbereich wird Silikatputz meist als Oberputz für strukturierte Wandflächen eingesetzt, insbesondere auf mineralischen Untergründen wie Kalk-/Kalkzement-/Zementputz, Beton oder Silikatspachtel. Typische Einsatzorte sind Räume mit normaler bis erhöhter Luftfeuchte (z. B. Küchen, Bäder außerhalb der Spritzwasserzone) sowie Flure, Treppenhäuser oder öffentlich genutzte Bereiche.

VORTEILE

  • Diffusionsoffen / feuchtigkeitsregulierend:
    Wasserdampf kann entweichen; das kann Feuchtebelastungen und damit verbundene Schäden reduzieren und unterstützt ein angenehmes Raumklima

  • Alkalisch:
    Die Alkalität macht Silikatputz widerstandsfähiger gegen Algen- und Pilzbefall; zudem wird eine Farbtonstabilität durch mineralischen Charakter/UV-Beständigkeit beschrieben.

  • Hohe Haltbarkeit durch Verkieselung:
    Die chemische Bindung mit dem mineralischen Untergrund sorgt für eine dauerhafte Verbindung.

  • Nicht brennbar & emissionsfrei:
    Geeignet für wohngesunde Innenräume.

  • Dekorative Struktur:
    Rillen-/Kratzoptiken schaffen lebendige Oberflächen und können leichte Untergrundunregelmäßigkeiten optisch „ruhiger“ wirken lassen.

  • Robust im Innenbereich:
    Mechanisch widerstandsfähiger als Tapetenbeläge.

NACHTEILE

  • Untergrundverträglichkeit:
    Sehr gut auf mineralischen Untergründen; auf Gips oder Dispersionsfarben wird Silikatputz als eher ungeeignet beschrieben.

  • Verarbeitung anspruchsvoll:
    Silikatputze binden schnell ab – zügiges, gleichmäßiges Arbeiten ist wichtig, um Ansätze zu vermeiden.

  • Hoher pH-Wert:
    Das Material ist stark alkalisch (Schutzmaßnahmen/Abdecken empfindlicher Flächen sind in der Praxis relevant).

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