Lehmputz

Lehmputz ist ein natürlicher, mineralischer Innenputz aus Lehm/Ton, Sand und Wasser; je nach System werden pflanzliche Zuschläge wie Stroh-, Schilf-, Hanf- oder andere Fasern sowie Pigmente/mineralische Partikel beigemischt, um Verarbeitung und Optik zu beeinflussen. Er zählt zu den ältesten Baustoffen der Welt und wird heute vor allem wegen seiner ökologischen Nachhaltigkeit, seiner Feuchtigkeitsregulierung und der wohngesunden Wirkung im ökologischen Innenausbau geschätzt. Lehmputz wirkt raumklimatisch aktiv: Er kann Feuchte aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben und trägt so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

 

Die Welt der Lehmputze ist facettenreich und bietet unterschiedliche Varianten für individuelle Ansprüche. Zu den bekanntesten Arten von Lehmputzen gehören:

  • Lehm-Oberputz: Dieser Putz besteht aus einer Mischung aus Sand, Ton und verschiedenen Bindemitteln. Er zeichnet sich durch seine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aus und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Lehm-Oberputz ist in verschiedenen Körnungen erhältlich und ermöglicht eine natürliche Oberflächengestaltung.
  • Lehm-Feinputz: Feiner und glatter als der Lehm-Oberputz, wird der Lehm-Feinputz als Finish aufgetragen. Er verleiht den Wänden eine samtige Optik und lässt sich besonders gut mit Pigmenten einfärben. Dadurch eröffnen sich zahlreiche Farbgestaltungsmö
  • Lehm-Strukturputz: Für eine individuelle und rustikale Optik ist der Lehm-Strukturputz ideal. Durch den Zusatz von Stroh, Schilf oder anderen Fasern entsteht eine grobkörnige Struktur, die dem Raum eine natürliche und warme Atmosphäre verleiht.

Lehmputz eignet sich insbesondere für:

  • Innenräume aller Art: Wohnräume, Schlafräume, Flure, Büros, Gemeinschaftsräume (vor allem im privaten Wohnumfeld).

  • Saugfähige/mineralische Untergründe: z. B. Ziegel, Lehmsteine/Stampflehm, Kalksandstein, Porenbeton, Leichtlehm- und Strohlehmkonstruktionen.

  • Vorbereitete Platten- und Trägeruntergründe: z. B. Lehmbauplatten, Schilfrohrmatten, Holzweichfaserplatten oder geeignete Putzträger.

  • Sanierung und ökologischer Neubau: besonders im Natur- und Lehmbau.

VORTEILE

  • Feuchtigkeitsregulierend:
    Lehmputz nimmt Luftfeuchtigkeit schnell auf und gibt sie wieder ab – er stabilisiert das Raumklima wie kaum ein anderer Baustoff. Ideal für Menschen mit Allergien oder empfindlichen Atemwegen.

     

  • Raumklimatisch aktiv:
    Durch seine hohe Wärmespeicherfähigkeit wirkt Lehm temperaturausgleichend: Im Sommer kühlt er, im Winter speichert er Wärme.

  • Natürlicher Schimmelschutz:
    Lehm ist von Natur aus alkalisch-neutral, bietet keinen Nährboden für Schimmel und unterstützt so die Raumhygiene.

  • Geruchsbindend:
    Seine offene Porenstruktur kann Gerüche und Schadstoffe aus der Luft aufnehmen und abbauen.

  • Vielseitige Oberflächengestaltung:
    Lehmputz kann glatt, strukturiert oder mit Stroh-, Sand- oder Farbzuschlägen gestaltet werden – von rustikal bis edel.

  • Nachhaltig & recyclebar:
    Lehm ist ein reines Naturprodukt, vollständig wiederverwendbar und frei von chemischen Zusätzen.

  • Angenehme Optik & Haptik:
    Er vermittelt eine warme, natürliche und erdige Ausstrahlung – ästhetisch und behaglich zugleich.

NACHTEILE

  • Nicht wasserbeständig:
    Lehmputz darf nicht dauerhaft feucht werden; bei direktem Wasserkontakt erweicht er.

  • Längere Trocknungszeit:
    Lehmputz trocknet ausschließlich durch Verdunstung, nicht chemisch. Je nach Schichtdicke kann das mehrere Tage bis Wochen dauern.

  • Verarbeitung aufwendiger:
    Erfordert gleichmäßige Schichtstärken und Erfahrung beim Auftragen – besonders bei mehrlagigen Systemen.

  • Untergrundabhängig:
    Haftet nur auf geeigneten, mineralischen oder saugfähigen Flächen – bei glatten Untergründen sind Putzträger oder Vorspritzlagen notwendig.

GELEBTE BEISPIELE

Lehmputze können in vielen verschiedenen Farben und Strukturen gestaltet werden, um ein individuelles Aussehen zu erzielen. Hier ein paar Beispiele für die gelungene Gestaltung mit Lehmputzen:

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